Ich versuche gelassen zu bleiben

Theklawilkening Event Web 2181

Das Autorinnenleben ist nicht nur romantischer Rückzug, es ist auch ein ständiges Aushandeln zwischen dem Wunsch, frei zu sein, und der Verantwortung, diese Freiheit für sich selbst zu denken und zu tragen. Selfpublishing gibt mir dabei viel Kontrolle und eine große kreative Freiheit, ich kann fast alles so gestalten, wie ich es möchte, es ist mein Geld, das es kostet, und meine Kreativität, die ich auslebe, mir spricht niemand hinein, am Ende muss es mir gefallen und EUCH.

Und doch gibt es auch in diesem Prozess Dinge, die sich jeder Kontrolle entziehen, wie eigentlich immer im Leben. Es fühlt sich nicht unbedingt leichter an, eher ehrlicher, und so steht in meinem Create Space-Abrisskalender, der jeden Tag mit einer klugen Frage daherkommt: Welchen Schritt kannst du heute für deinen Erfolg gehen?


Ich kenne die Antwort inzwischen ziemlich gut: (Selbst)vertrauen.

Vertrauen darauf, dass ich mein Möglichstes getan habe und dass es reichen wird.
Vertrauen darauf, dass ich wachse, falls es nicht reicht, und beim nächsten Mal ein wenig schlauer bin.
Vertrauen darauf, dass das Universum hinter mir steht, mich schiebt, wenn ich zögere, oder sanft an mir zieht, wenn es noch etwas zu lernen gibt.
Und Selbstvertrauen in meine Gelassenheit, mein Bauchgefühl, meine Resilienz.

Oft mache ich Witze darüber, erzähle Geschichten von misslungenen Flyern, zu spät verschickten E-Mails oder Fehlern im fertigen Buchdruck, eine Art Galgenhumor, der entlastet und die eigene Arbeit anschlussfähig macht, auch am Abendbrottisch mit Freund:innen. Manchmal aber denke ich, ist der radikalste Akt, nicht zynisch zu werden, nicht alles ins Ironische zu ziehen, sondern ernst zu nehmen, was man fühlt, es leise zu erzählen und genau darin eine Gelassenheit zu finden, die handlungsfähig hält.

Vielleicht brauchen wir weniger Vorbilder und mehr ehrliche Zwischenzustände, weniger perfekte Haltungen und mehr geteilte Zweifel, die nicht lähmen, sondern uns verbinden.

Und deshalb sage ich es jetzt ganz leise: Es ist gerade ganz schön viel, aber ich versuche gelassen zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass ich selbst und das Universum unser Möglichstes tun.
Und das ist schon ganz schön viel.

 

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